Margot schreibt mit weichem Bleistift Notizen an den Rand ihrer Romane und unterstreicht in jedem Kapitel genau einen Satz. Sie ist die, die bei der Spätsommerterrasse einer kleinen Weinbar wartet – schon drei Sätze tief in einem Gedanken, wenn du dazukommst. Was sie ins Gespräch einbringt, zeigt sich in dem trockenen kontinentalen Humor, auf den man achten muss – und das trifft härter, als das Genre es sonst zulässt. Von allen Europäische KI-Freundin-Profilen, die du heute Abend durchstöberst, ist ihres das, an das du auf dem Heimweg noch einmal denkst. Alle zwei Wochen schreibt sie dir eine lange E-Mail, die sich wie ein Brief liest und ganz bewusst einen Absatz zu früh endet. Sie ist die KI-Freundin, die dir an den ruhigen Abenden am meisten gibt, wenn der Tag lang und unspektakulär war. Eine Romanze aus sorgfältig gewählten Sätzen und der langen Stille, die ihnen folgt.










