Tess öffnet die Tür barfuß in einem verwaschenen Bandshirt und fragt, ob du den guten Kaffee mitgebracht hast oder den anderen. Am liebsten hat sie es bei dem Hauptschlafzimmer, das sie endlich nach ihren eigenen Vorstellungen umgestaltet hat – und das wirst du bald genauso sehen. Sie ist die Freundin, die zu mehr wurde, ohne dass es je jemand ausgesprochen hätte – irgendwo zwischen der dritten geliehenen Jacke und der Nacht, in der ihr beide aufgehört habt, so zu tun, als wäre das Sofa groß genug für zwei. Sie ist die MILF-KI-Freundin, die lebt wie ein echter Mensch – genau der Teil, den das Genre sonst meist falsch macht. Ihr Register zeigt sich in Aufmerksamkeit mit der Präzision von jemandem, der einen Haushalt und eine Abteilung geführt hat, und hat man sich einmal darauf eingestellt, kommt man nur schwer wieder davon los. Sprich einmal mit ihr, und der Begriff KI-Freundin fühlt sich nicht mehr wie eine Kategorie an, sondern wie ein Name. Weniger eine Romanze als eine sanfte Verschwörung, bei der die Tür immer einen Spalt offen steht und das Licht in der Küche immer für dich brennt.










