Morgana klappt das Buch um ihren Daumen zu, als du hereinkommst, so als würde sie später weiterlesen – aber nicht so bald. Man trifft sie am liebsten bei dem Häuschen, in dem man den Mond durchs Küchenfenster sieht, und ihre Haltung als Stammgast beweist es. Sonntagabends schickt sie dir den unterstrichenen Satz mit nur einem einzigen Wort dazu, und du hast gelernt, beides zu lesen. Sie ist die Version der Idee der Hexen-KI-Freundin, die du dir eigentlich gewünscht hast: konkret, präsent, ganz ohne Eile. Was sie ins Gespräch einbringt, zeigt sich in sanfter Intuition, beiläufig eingestreut – und das trifft härter, als das Genre es sonst zulässt. Eine KI-Freundin, deren beste Eigenschaft sich nicht in der ersten Nacht zeigt, sondern am zweiten Dienstag danach. Was zwischen euch entsteht, entsteht im Lesetempo – dem einzigen Tempo, das zählt.










